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01.03.2017 Obdachlose

Wenn der liebe Gott mit dem Essen wartet: Vesperkirche Nürnberg

Vesperkirche Nürnberg © Thomas K. Meissner

Sie haben den wichtigsten Ort ihrer Gemeinde geöffnet in Nürnberg: Im Rahmen der nun schon zum zweiten Mal stattfindenden Vesperkirche erwarten zahlreiche ehrenamtliche Helfer Obdachlose aus der Region in ihrer Kirche. Eine warme Mahlzeit für den symbolischen Preis von einem Euro lockt Bedürftige, doch vor Ort bekommen sie viel mehr als nur das. Pfarrer Bernd Reuther: „Schon bei der Morgenandacht sind die Gäste mit dem Herzen dabei. Vielen merkt man an, dass sie lange nicht mehr in einem Gottesdienst waren. Doch die vertrauten Formeln kommen dann ganz schnell wieder. Auch bei der Schlussandacht ist unsere Kirche immer gut besucht. Dazu kommen dann die Anliegen, die an mich als Seelsorger herangetragen werden. Ich gehe mit den Leuten in einen Rückzugsraum und dann sind es immer wieder die gleichen Sorgen, mit denen ich konfrontiert werde. Oft möchten die Menschen, dass ich mit ihnen um einen neuen Job bete, um eine eigene Wohnung und all diese Dinge, die für uns selbstverständlich sind. Ich verweise dann auch gezielt auf Netzwerke, die ihnen Hilfe bieten können.“ Auch vor Ort gibt es Beratungsangebote, einen kostenlosen Haarschnitt und dergleichen mehr. Ein wahres Mammutprojekt ist diese Aktion, die nun regelmäßig im Januar und Februar in Nürnberg stattfindet. Weil es beim ersten Mal, 2016, noch zu wenige Sponsoren gab, da sich viele nicht so recht vorstellen konnten, was „Vesperkirche“ bedeutet, konnte die Stiftung Fliege eine wichtige Finanzierungslücke schließen und so wertvolle Anschubhilfe für das besondere Projekt leisten.