Sie wissen nicht, was sie tun

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von Jürgen Fliege
An Karfreitag findet in Dresden eine Friedensprozession mit prominenten Gästen statt. Ihr Ziel: Das Sterben darf nicht das letzte Wort haben.
Ostermärsche für den Frieden haben Tradition in Deutschland. An Karfreitag wird jedoch – von religiösen Anlässen abgesehen – wenig demonstriert. Dabei ist es jenes Fest, an dem des Todes gedacht und somit die dunkle Seite der menschlichen Existenz ins Auge gefasst wird. Jesus wurde vor 2000 Jahren unschuldig ermordet. Nicht selten argumentierten Christen, die Menschen aller Zeiten und Länder seien dem Religionsstifter gerade in ihrem Leiden und im Tod nahe und versuchten, aus diesem Gedanken Trost zu schöpfen. In Dresden kann die berühmte Frauenkirche als Symbol sinnloser Zerstörung dienen. Und auch die Gräber von Toten des Zweiten Weltkrieges gibt es dort. Vieler der Opfer wurde in Nachkriegsdeutschland kaum gedacht – speziell, wenn sie die „falsche“ Nationalität hatten. Zum Beispiel die russische. Diesen und anderen Anliegen will sich eine ganz besondere Karfreitagsprozession widmen, die am 18. April 2025 in der Dresdner Innenstadt stattfinden soll. Der Autor wird mit zahlreichen bekannten Künstlern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an der Prozession teilnehmen. Einer Veranstaltung, die vor allem ein Zeichen gegen das Vergessen und die jetzt wieder hochkochende Kriegsstimmung setzen will. Hoffnung immerhin gibt es. Die Frauenkirche ist wiedererstanden. Und auch Karfreitag war, wie es das Neue Testament berichtet, nicht das Ende…
„Angst essen Seele auf!“ Und Angst zerstört mitunter auch die Seelen ganzer Völker. Und genau das passiert mit einer verstörenden Systematik seit fünf Jahren nicht nur Deutschland und den Deutschen. Angst fraß und frisst deren Seelen.
Sie haben in der jüngsten Zeit Demonstranten systematisch mit ihren Knüppeln und Wasserwerfern, mit nie gekannter Brutalität ihrer Polizei und ihrer Medien tiefer und tiefer in diese Angst hineingejagt, wie man Vieh in einen Schlachthof treibt. Und nun wollen sie es nicht gewesen sein und können auch nicht darüber reden. Sie stellen sich taub und tot. Und weil das offenbar so gut funktioniert hat, machen sie es mit der Angst vor Wladimir Putin jetzt genauso. Das Muster hat sich ja bewährt – warum damit aufhören?
Genau dagegen stehen wir auf. Am Karfreitag, in Dresden, vor der Frauenkirche wird eine Protestveranstaltung stattfinden, eine Friedensprozession! Es wird eine besondere Demonstration sein. Am stillen Freitag, an dem vor 2000 Jahren der Analytiker dieser Ängste mit seinem Leben bezahlen musste. Seine Botschaft war: Vertrauen statt Angst! Also werden wir unseren Aufstand gegen die Angstpropagandisten dieser Welt jenen Frauen und Männern widmen, die unerschrocken gegen diese kollektive Angst und die Manipulation der Seelen aufgestanden sind und bereit waren, dafür mit ihrem eigenen Leben zu bezahlen. Das fängt nicht erst bei Jesus an, dessen wir an diesem stillen Tag gedenken. Das geht weiter über Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Nelson Mandela, Bob Marley, John Lennon und andere bis hin zu heutigen tapferen Opfern der Gewalt. Der Karfreitag 2025 in Dresden wird ein Tribut an all jene sein, die unseren Seelen und unserem Bewusstsein Wurzeln, Worte und Mut verliehen haben. Wir werden sie mit unseren Herzen besuchen, besingen und uns vor ihnen verneigen. Sie werden uns darin bestärken, aufzustehen gegen alle neurotischen Angstpropheten dieser Zeit!
Wir werden viele sein. Unter uns auch Menschen, die in den letzten Jahren gegen viele Widerstände ihren Mund aufgemacht haben. Wie Ulrike Guérot, Jürgen Todenhöfer, Diether Dehm und ich selbst. Angekündigt haben sich auch Künstlerinnen und Künstler wie Katja Ebstein, Justus Frantz, Uwe Steimle, Alexa Rodrian und Jens Fischer Rodrian, Tino Eisbrenner, Yann Song King, Arnulf Rating, Markus Stockhausen, Kilian Forster, Jakob Heymann, Guido de Gyrich, Dennis DuVall, Nirit Sommerfeld und Reiner Kröhnert.
Und wir bringen vor der kriegsversehrten Frauenkirche im kriegsversehrten Dresden eine Vision mit, wie wir den Frieden mit den Völkern des Ostens auf ein neues Fundament stellen können. Denn der Friede zwischen den Völkern beginnt genau da, wo auch der Krieg zwischen ihnen beginnt: in unseren Herzen und unseren Seelen. Nirgendwo sonst. Zuerst das Herz! Dann die Hände, die wir uns reichen!
In diesem Geiste gehen wir an diesem besonderen Freitag zu den Gräbern der Opfer des letzten Krieges, in dem allein die Völker der ehemaligen Sowjetunion weit über 20 Millionen Tote zu beklagen hatten. Und das Sterben hört nicht auf. Deshalb wollen wir uns genau an diesem Ort treffen: an den Gräbern der Opfer. Und uns an ihr Vermächtnis erinnern: Nie wieder Krieg!
So wie wir den Opfern der Shoa mitten in Berlin, sichtbar für alle Welt, ein großes, wirksames Mahnmal errichtet haben, so wollen wir uns jetzt auch für ein längst überfälliges Denkmal für die Opfer unter unseren Nachbarvölkern im Osten einsetzen. Es gibt keinen anderen Weg! Die Angst und unsere Unfähigkeit zu trauern müssen ein Ende finden, damit etwas anderes seinen Anfang nehmen kann: eine neue Epoche des Friedens.
Webseite der Friedensinitiative: friedensprozession.de
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