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04.11.2026 Kuratorium

Die Stiftung zu Gast in der Penzberger Moschee

Begegnung in der Moschee

Zuhören, nachfragen, voneinander lernen: Darum ging es beim diesjährigen Treffen der Stiftung Fliege. Die Mitglieder von Kuratorium, Vorstand und Stiftungsrat nahmen sich dafür erstmals zwei Tage Zeit: zunächst am Starnberger See, anschließend auf Einladung von Imam Benjamin Idriz in dessen Moschee in Penzberg.
„Wir scheinen in einer Welt zu leben, die nicht mehr vernünftig miteinander umgeht“, stellte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Rupert Graf Strachwitz, zu Beginn fest. Dass es auch anders geht, zeigten die Gespräche der Teilnehmenden, die unterschiedlichen Glaubensrichtungen angehören und aus verschiedenen Regionen Deutschlands angereist waren. Sie berichteten von ihren Erfahrungen, Sorgen und Projekten und hörten einander zu. Ein wichtiges Thema war die Hilfe, die durch die Stiftung Fliege möglich wird. Jedes Kuratoriumsmitglied kann jährlich bis zu 10.000 Euro eigenständig einsetzen, um Menschen in Not zu unterstützen. Wie unterschiedlich diese Hilfe aussehen kann, zeigten die Berichte: von der Unterstützung eines schwer verunglückten Familienvaters bis zum Repaircafé in Wangen, in dem Menschen gemeinsam Dinge reparieren, Kontakte knüpfen und einen Weg aus der Einsamkeit finden.
Am zweiten Tag besuchten die Stiftungsgremien die Moschee in Penzberg. Imam Benjamin Idriz, selbst Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Fliege, seine Frau Nermina und Gönül Yerli, Vorsitzende des Islamischen Forums Penzberg, führten durch das Haus und beantworteten zahlreiche Fragen. Für Benjamin Idriz geht es darum, das Verbindende zwischen Menschen und Religionen zu suchen und das Trennende als Bereicherung zu begreifen. Wie das aussehen kann, zeigte sich beim Besuch: Auf Einladung des Imams sprach Jürgen Fliege, einst evangelischer Pfarrer, von der Kanzel der Moschee.

von Victoria Weber