04.06.2017 Tagebucheintrag

Jürgen Fliege, Feldafing

Etwas nostalgische Gefühle heute. Als Gemeindepfarrer war Pfingsten für mich immer ein Großereignis des Experimentierens im Gottesdienst. Neue Lieder, kalte Getränke und ein lachender geschwisterlicher Geist. Mehr haben wir eh alles nicht. Wenn man Geister spirituell unterscheiden will, dann ist der Pfingstgeist ein Tröster, ein Beistand, ein Bruder, eine Schwester, ein Freund, eine Freundin, ein Halt. Das lasst uns feiern. Aber das hat sich in meinem Leben eher nicht durchsetzen können. Immer mehr laufen sie in den verschiedenen Farben der Religionen umeinander herum und behaupten, die Wahrheit zu kennen. Ja, im Besitz der Wahrheit zu sein. Das ist nichts für mich. Ich geh runter zum See. Das war immer der Lieblingsort des Meisters. Als wenn der Geist des Friedens an einem Seeufer leichter zu erspüren ist als irgendwo sonst auf der Welt.